Das Mitarbeitergespräch und die damit verbundene Beurteilung ist eine der wichtigsten Aufgaben einer Führungskraft.

Für beide Gesprächspartner bietet das Beurteilungsgespräch Vorteile. Die Führungskraft erhält einen Überblick zum Fortbildungsbedarf ihrer Mitarbeitenden und kann so gezielte individuelle Massnahmen einleiten. Gibt es im Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten oder vakante Stellen, kann sich das Beurteilungsgespräch auch als Grundlage der personellen Auswahl eignen. Die Mitarbeitenden bekommen eine Information über ihren aktuellen Leistungsstand. Sie erkennen, wo Sie sich weiterentwickeln können, aber auch, wo Sie Ihre Position im Unternehmen bestens ausfüllen. Motivation und Produktivität der Mitarbeiter werden dadurch positiv beeinflusst.

Die Führungskraft lernt im gegenseitigen Austausch die Motive, Werte und Ziele der Mitarbeitenden kennen, kann gezielt auf diese eingehen und mögliche Konflikte beheben.

Welche Aspekte müssen besonders beachtet werden, um ein erfolgreiches Mitarbeitergespräch zu führen? Welche Fehler sind zu vermeiden?

Die Aspekte für ein erfolgreiches Beurteilungsgespräch

Terminierung: Planen Sie das Gespräch frühzeitig und laden Sie den Mitarbeitenden mit genügend Vorlaufzeit ein (mind. 7-10 Tage). Der Mitarbeitende hat so die Möglichkeit zur Reflektion und Vorbereitung seiner Themen. Auch kann der Mitarbeitende schon bei der Einladung bestimmte Fragestellungen erhalten, die im Gespräch – gut vorbereitet – weiter vertieft werden.

Wertschätzung: Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre. Dazu gehört eine möglichst neutrale Räumlichkeit (Besprechungszimmer), ein genügend grosses Zeitfenster und Störungsfreiheit. Unterlagen sollten in ausgedruckter Form vorliegen und nicht verdeckt auf dem Bildschirm betrachtet werden. Ein entspannter Gesprächseinstieg hilft Ihrem Gegenüber sich zu öffnen und evtl. Ängste abzubauen.

Offenheit: Sprechen Sie alle Themen sachlich an. Sie wollen Ihre Mitarbeitenden weiter positiv entwickeln und zeigen klar die Stärken und Verbesserungspotentiale auf. In aller Regel sind diese dem Gegenüber bestens bewusst. Das bestätigende Feedback von Seiten des Vorgesetzten wird als weiterer Motivator für die persönliche Entwicklung angenommen.

Dialog: Führen Sie das Gespräch mehrheitlich mit Fragen. Der Mitarbeiter soll aktiv am Gespräch teilnehmen und sich einbringen können. Die gegebenen Schilderungen werden Ihnen helfen, die Erfahrungswelt aus Sicht des Mitarbeitenden kennenzulernen. Daraus können Sie wertvolle Möglichkeiten zur Optimierung der Zusammenarbeit ableiten.

Ziele formulieren: Was erwarten Sie vom Mitarbeiter? Welche Erwartungen oder Wünsche hat ihr Mitarbeiter an Sie? Entwickeln Sie auf dieser Basis gemeinsame Ziele, die zu einer weiteren Verbesserung der Arbeitswelt führen.

Typische Fehler bei Beurteilungsgesprächen

Milde: Bei einer recht engen Zusammenarbeit von Führungskraft und Mitarbeiter wird Kritik oftmals nicht offen genug angesprochen. Konflikte sollen vermieden werden. Allerdings erzielen Schweigen, oder Verharmlosung keine Verbesserung der aktuellen Situation.

Überstrahlung: Ein, in den Augen der Führungskraft, besonders starker Makel des Mitarbeiters dominiert die Gesamtbewertung. Einwandfreie Leistungen in anderen Bereichen werden nicht wertgeschätzt.

Vorrang: Beim ersten Kennenlernen eines Menschen machen wir uns ein Bild zu seinen Eigenschaften und schubladisieren.

Auch bei der Beurteilung des Mitarbeitenden besteht die Gefahr, dass besonders eindrückliche Ereignisse oder jüngste Einschätzungen, das Gesamtbild prägen. Um diesen Effekt zu vermeiden machen Sie ganzjährig Notizen zur Person und halten Ihre Beobachtungen in Beurteilungsbögen fest.

Eigene Wahrnehmungsfehler können auch durch das Feedback anderer Beobachter vermieden werden.

Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter.